NATUR-CAMPUS Zülpich

Kommune Stadt Zülpich
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kontakt Joachim Franzen
Hochbau, Tiefbau, zentr. Immobilienmanagement und kommunale Dienste
Geschäftsbereichsleiter
Tel.: 02252 / 52272
E-Mail: jfranzen@stadt-zuelpich.de
Kooperationspartner Biologische Station im Kreis Euskirchen
LEADER-Projekt „Rheinisches Zentrum für Gartenkultur"
LEADER-Projekt „Na-Tür-lich Dorf"
Schulen des Schulzentrums Zülpich
Laufzeit November 2020 – Mai 2028
(Fortführung nach 2028 beabsichtigt)

KURZBESCHREIBUNG

Stadtnatur wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf das menschliche Wohlergehen aus. Ihr volles Potenzial entfalten urbane Parks, Kleingärten, Wälder und Gewässer allerdings erst im Verbund: als Grünzüge gliedern sie die Stadt, vernetzen Lebensräume von Tieren und Pflanzen, bringen Frischluft in überhitzte Quartiere und bieten Raum für Erholung und Naturerfahrung. Oftmals stellen Wohnungsnahe Grünflächen dabei die einzigen Berührungspunkte mit Natur im Alltag dar – beispielsweise auf dem Schulweg. In diesem Zusammenhang besitzen Grünzüge im Umfeld von Schulen und Betreuungseinrichtungen ein großes Umweltbildungspotenzial.

NATUR-CAMPUS Zülpich

Wie eine zuvor artenarme Grünfläche naturschutzfachlich aufgewertet und als außerschulischer Lern- und Naturerfahrungsort nutzbar gemacht werden kann, veranschaulicht die Stadt Zülpich in ihrem Zukunftsprojekt und verwandelte einen zwischen Schulzentrum und städtischen Busbahnhof verlaufenden Grünzug in einen artenreichen NATUR-CAMPUS.

Das ca. 200 x 50 m große Areal wurde Ende der 1960er Jahre nach Aufgabe des dort gelegenen Güterbahnhofes angelegt und wird täglich von mehreren hundert Schülerinnen und Schülern als Schulweg genutzt. Als Teil eines überregionalen Biotopverbunds besitzt die Fläche darüber hinaus ein großes Potenzial zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt.

Durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket wertete die Stadt Zülpich nicht nur einen bedeutenden Teil der lokalen Stadtnatur ökologisch auf, sondern schuf außerdem einen eindrucksvollen außerschulischen Lern- und Naturerfahrungsort. Wo zuvor artenarme Intensiv-Rasenflächen dominierten, wurden großflächige Blühwiesen als Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge eingesät, Obstbäume gepflanzt und Wildstrauchhecken aus Hainbuche, Rotbuche und Liguster angelegt. Weiterhin ergänzen Kleinstrukturen wie Sand-, Stein- und Totholzschüttungen das Habitatangebot und bieten Unterschlupf und Überwinterungsquartiere für eine Vielzahl von Insekten, Reptilien und Kleinsäugern.

Die Schülerinnen und Schüler der ansässigen Schulen waren aktiv in die Realisierung des Zukunftsprojektes eingebunden. So bauten Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftshauptschule im Technikunterricht Vogelnisthilfen und Fledermauskästen, das Franken-Gymnasium stiftete einen Birnenbaum, die Karl-von-Lutzenberger-Realschule sanierte die große Insektennisthilfe im nahegelegenen Schulgarten. Auch die Garten-AG der Chlodwig-Grundschule wird Insektennisthilfen bauen und diese u.a. auf dem NATUR-CAMPUS installieren und so weitere Nisthabitate für Insekten schaffen.

Um die neu angelegten Blühwiesen langfristig zu erhalten, werden diese extensiv, d.h. mit einer zweischürigen Mahd gepflegt. Das anfallende Mahdgut wird anschließend in der kommunalen Kompostieranlage verwertet. Um Vorurteilen innerhalb der Bevölkerung bezüglich der Extensivierungsmaßnahmen (z.B. Unkrautflug, Verwahrlosung) frühzeitig begegnen zu können und die Akzeptanz für naturnahe Grünflächen zu fördern, wurde das Projekt durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

Zukünftig soll der NATUR-CAMPUS in den Schulunterricht integriert und in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten stetig weiterentwickelt werden.

 

Auszeichnung der Stadt Zülpich