Uslar, die blühende Fachwerkstadt

Kommune Stadt Uslar
Bundesland Niedersachsen
Kontakt Stefanie Möhlenhoff
Wirtschaftsförderin
Tel.: 05571/ 307104
E-Mail: moehlenhoff@uslar.de
Kooperationspartner Universität Göttingen
Private Initiative Uslarer Imker
Ökologischer Arbeitskreis
Biotopverbund Uslar und Landesjägerschaft
Städtische Schulen Uslar
Bürgerinitiative Bollertdörfer e.V.
Laufzeit November 2020 – November 2027
(Fortführung nach 2027 beabsichtigt)

INFOMATERIAL

Website der Stadt Uslar zum Projekt Naturstadt Uslar

 

KURZBESCHREIBUNG

Öffentliche Parks, private Gärten, Klein- und Gemeinschaftsgärten, Friedhöfe, Brachen, Gewässer, Straßen- und Wegebegleitgrün – Stadtnatur ist vielfältig, abwechslungsreich und bietet Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, darunter auch Arten, die in der meist ausgeräumten strukturarmen Landschaft außerhalb von Siedlungsräumen selten geworden sind. So nutzen Fledermäuse Dachböden als Verstecke, Spatzen und Mauersegler bauen ihre Nester an Wohn- und Industriegebäuden, Verkehrsinseln werden zu Schmetterlingswiesen und Gartenteiche zu Amphibienbiotopen. Selbst Biber haben sich in den letzten Jahrzehnten so manch innerstädtisches Gewässer als Revier auserkoren. Insbesondere durch die Schaffung naturnaher Grünflächen sowie durch die Aufwertung und Vernetzung bestehender Habitate können Kommunen einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der lokalen Artenvielfalt leisten. Ansatzpunkte liegen hier u.a. in der Anlage artenreicher Blühwiesen als Nahrungsquelle für Insekten, der Errichtung von Sonderstrukturen wie Totholz- und Lesesteinhaufen als Unterschlupf und Nisthabitat oder der Anpassung bzw. Reduzierung von Pflegemaßnahmen.

Uslar, die blühende Fachwerkstadt

Auch die Stadt Uslar hat das Potenzial kommunaler Grünflächen zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt erkannt und im Rahmen ihres Zukunftsprojektes zahlreiche Flächen innerhalb der Kernstadt Uslars sowie in den zugehörigen Ortsteilen zu artenreichen Biotopen aufwertet.

Das Zukunftsprojekt gliedert sich hierbei in die sechs Teilprojekte „Modellregion Artenvielfalt“, „Streuobstwiesen“, „Bauerngarten“, „Blühstreifen statt Grünstreifen“, „Bienenhighways an Radwegen“ und „lebendige Friedhöfe“.

Im Rahmen der Teilprojekte „Bauerngarten“ und „Blühstreifen statt Grünstreifen“ wurden sowohl in der Kernstadt Uslars als auch in den Ortsteilen zahlreiche Beete mit nektar- und pollenreichen Stauden sowie artenreiche Blühwiesen als Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge angelegt. Neugepflanzte Obstbäume werten als sog. „Bienenhighways“ Radwege entlang landwirtschaftlicher Nutzflächen sowohl ökologisch als auch optisch auf und tragen zur Biotopvernetzung bei. Ergänzende Wildstrauchpflanzungen erweitern als Bestandteil der „Modellregion Artenvielfalt“ das Habitatangebot für Vögel, Insekten und Kleinsäuger in der sonst häufig ausgeräumten Agrarlandschaft. Im Rahmen einer Baumpatenschaft können Bürgerinnen und Bürger darüber hinaus einen Beitrag zur Revitalisierung der lokalen „Streuobstwiesen“ leisten. Auf Uslars „lebendigen Friedhöfen“ dienen Trachtbäume wie die spätblühenden Linde nicht nur Bienen als wichtige Nahrungsquelle – auch Schmetterlingsraupen, Wanzen und Käfer profitieren von dem reichhaltigen Blütenangebot. Ein Highlight bilden die mehr als 100.000 insektenfreundlichen Geophyten, welche durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofes sowie eine Vielzahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer in Uslar und den angrenzenden Ortsteilen gepflanzt wurden. Die Frühjahrsblüher wie Wildtulpen und Krokusse sind eine wertvolle erste Nektar- und Pollenquelle für all jene Insekten, die schon früh im neuen Jahr unterwegs sind. Darüber hinaus locken sie durch ihre farbenfrohe Blütenpracht zahlreiche Touristinnen und Touristen in die Fachwerkstadt und sensibilisieren so auch über die Stadtgrenze hinaus für Themen wie Natur- und Insektenschutz.

Um eine fachgerechte und ökologisch orientierte Pflege der Projektflächen sicherzustellen, wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Bauhofes in insektenschonenden Mahdmethoden geschult. Im Jahr 2024 beteiligt sich die Stadt darüber hinaus erstmalig an der Aktion „Mähfreier Mai“ und möchte so die artenreichen Blühwiesen länger als Lebensraum und Nahrung für Insekten erhalten. Zukünftig ist geplant, weitere städtische Grünflächen in Anlehnung an das Zukunftsprojekt ökologisch aufzuwerten.

 

Auszeichnung der Stadt Uslar