Wildbienen-Schulen im Landkreis St. Wendel – Bienenweiden und Insektennisthilfen als außerschulische Lernorte

Kommune Landkreis Sankt Wendel
Bundesland Saarland
Kontakt Michael Keller
Amt Entwicklung Ländlicher Raum und Ehrenamt - A 43
Tel.: 06851/ 8014702
E-Mail: m.keller@lkwnd.de
Kooperationspartner BildungsNetzwerk Sankt Wendeler Land
Zentrum BNE am Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM)
Verband der Imker im Kreis St. Wendel e.V.
Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine St. Wendel e.V.
Dr.-Walter-Bruch-Schule BBZ des Landkreises St. Wendel
Gemeinschaftsschule Sankt Wendel
Gymnasium Wendalinum
Cusanus-Gymnasium
Laufzeit November 2020 – Mai 2028
(Fortführung nach 2028 beabsichtigt)

 

KURZBESCHREIBUNG

Kindheit findet heute zu einem großen Teil in der Schule statt – Schülerinnen und Schüler verbringen einen Großteil ihres Tages in Klassenräumen. Als Ausgleich hierzu sollten Schulhöfe Orte sein, an denen Schülerinnen und Schüler sich zwischen den anstrengenden Unterrichtseinheiten erholen und austauschen sowie gemeinsam spielen und toben können. Viele Schulhöfe bieten jedoch ein tristes Bild aus kurz geschorenem Rasen und lieblosen Betonwüsten ohne Spiel- und Bewegungsangebote oder die Möglichkeit zur Entspannung und Naturerfahrung. Solch eintönige Flächen sind nicht nur für Kinder langweilig, sondern auch aus Sicht des Naturschutzes wertlos.

Hingegen können sich naturnah und strukturreich gestalte Schulhöfe zu vielfältigen Erlebnis- und Erholungsräumen entwickeln: Sie fördern die mentale und soziale Entwicklung, bringen Abwechslung in den Unterricht und stärken das Naturbewusstsein der Schülerinnen und Schüler. So können Kinder und Jugendliche Kontakte zueinander knüpfen, miteinander spielen und dabei gemeinsam die Natur entdecken und erleben – Hecken, Obstbäume und Blühwiesen sind Spielraum und Freilandlabor gleichermaßen. Die Anlage von Blühwiesen oder der Bau von Insektennisthilfen bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich aktiv im Naturschutz zu engagieren und einen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt zu leisten. Darüber hinaus bilden naturnah gestaltete Schulgelände wichtige Trittsteinbiotope und Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten – so gehen Naturschutz und Umweltbildung Hand in Hand.

Wildbienen-Schulen im Landkreis St. Wendel – Bienenweiden und Insektennisthilfen als außerschulische Lernorte

Wie die erfolgreiche Umsetzung von Naturschutz- und Umweltbildungsmaßnahmen unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in der Praxis gelingen kann, veranschaulicht der Landkreis Sankt Wendel in seinem Zukunftsprojekt „Wildbienen-Schulen im Landkreis St. Wendel – Bienenweiden und Insektennisthilfen als außerschulische Lernorte“.

Im Mittelpunkt des Projektes stand die Anlage artenreicher Blühflächen an fünf Schulstandorten in Trägerschaft des Landkreises. Mit tatkräftiger Unterstützung der Schülerinnen und Schüler wurde Regio-Saatgut auf den schuleigenen Grünflächen ausgebracht und so insgesamt ca. 5.000 m² nektar- und pollenreiche Blühwiese zur Förderung von Insekten und insb. von Wildbienen geschaffen.

In direkter Umgebung der Blühflächen wurden durch einen Schreinermeister angefertigte Wildbienennisthilfen installiert und mit Nistmaterial aus Schilf-, Bambus- und Pappröhrchen befüllt. Schnell entdeckten die ersten Wildbienen das neue Wohnraumangebot und bezogen die vorbildlich umgesetzten Nisthilfen.

Um den Schülerinnen und Schülern die zukünftigen Blütenbesucher spielerisch näher zu bringen, wurde an jedem der fünf Schulstandorte ein sogenanntes „Drehwürfel-Didaktikum“ installiert. Die individuell angefertigten und interaktiv gestalteten Stationen bestehen aus drehbaren Holzwürfeln und informieren über einheimische Wildbienen, deren Eigenschaften und Ansprüche. Der richtige „Dreh“ führt hierbei Wildbiene, Nahrungspflanze, Lebensraum und Artensteckbrief zusammen.

Das Zentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) am Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) unterstützte sowohl bei der bei der Ausgestaltung der Infostationen als auch bei der Entwicklung themenbezogener Unterrichtseinheiten und schulte die Lehrerinnen und Lehrer zur Nutzung der neu entstandenen Lernorte.

In Kooperation mit dem Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine (OGV) wurden erlebnispädagogische Bildungseinheiten an den Schulen in Verbindung mit Bienen- oder Natur-AGs angeboten. Darüber hinaus können sich die Schülerinnen und Schüler zu "Insekten-Fachwarten" ausbilden lassen.

Um die neu angelegten Blühflächen langfristig zu erhalten, werden diese extensiv, d.h. mit einer ein- bis zweischürigen Mahd gepflegt. Anschließend erfolgt ein Abtransport des Mahdguts durch den jeweiligen Schulhausmeister. Auch die übrigen Grünflächen der Schulstandorte dürfen sich zukünftig naturnah entwickeln.

 

Auszeichnung des Landkreises Sankt Wendel