Gemeinsam über Gemarkungsgrenzen hinweg nachhaltige Naturoasen entwickeln und vernetzen

Kommune Stadt Ludwigsburg, stellvertretend für die Grüne Nachbarschaft

(Stadt Bietigheim-Bissingen, Stadt Freiberg am Neckar, Gemeinde Ingersheim, Stadt Ludwigsburg, Gemeinde Tamm)
Bundesland Baden-Württemberg
Kontakt Gabriele Muck
Fachbereich Tiefbau und Grünflächen
Abteilung Grünflächen, Geschäftsstelle Grüne Nachbarschaft
Tel.: 07141 / 9102073
E-Mail: g.muck@ludwigsburg.de
Kooperationspartner Stadt Bietigheim-Bissingen
Stadt Freiberg am Neckar
Gemeinde Ingersheim
Gemeinde Tamm
Laufzeit November 2020 – November 2027
(Fortführung nach 2027 beabsichtigt)

 

INFOMATERIAL

Website der „Grünen Nachbarschaft

Broschüre "NaturMomente"

 

KURZBESCHREIBUNG

Wo sich früher eine struktur- und artenreiche Landschaft erstreckte, breiten sich heute intensiv genutzte Äcker und Weiden aus. Straßen und Wege stellen für viele Tier- und Pflanzenarten unüberwindbare Hindernisse dar und führen zu einer Verinselung und Fragmentierung von Habitaten. Strukturen wie Hecken, Feldraine, Ackerrandstreifen oder naturnah entwickelte Blühwiesen können hier als wertvolle Trittsteinbiotope fungieren und sonst isolierte Lebensräume miteinander vernetzen.

Doch nicht nur die Vernetzung von Biotopen, auch die Vernetzung von Akteuren kann einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt leisten. Gegenseitige Unterstützung bei fachlichen Fragen, voneinander lernen und die Bündelung von Arbeitskräften – all dies kann insbesondere kleinere Kommunen befähigen, erfolgreich nachhaltige Projekte zur Erhaltung der biologischen Vielfalt umzusetzen.

„Gemeinsam über Gemarkungsgrenzen hinweg nachhaltige Naturoasen entwickeln und vernetzen

Auch im Landkreis Ludwigsburg haben einige Kommunen die Vorteile einer überkommunalen Zusammenarbeit erkannt und sich zur „Grünen Nachbarschaft“ zusammengeschlossen. Hierbei handelt es sich um einen freiwilligen Zusammenschluss der fünf benachbarten Kommunen Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Freiberg am Neckar, Ingersheim und Tamm, die sich zum Ziel gesetzt haben, ein wachsendes Mosaik artenreicher Grünflächen zu fördern und so die Biotopvernetzung über Gemarkungsgrenzen hinweg zu stärken.

Auf sechs kommunalen Friedhöfen, sowie einem ehemaligen Friedhof, der nun als Parkanlage dient, wurden insgesamt 1.135 m² Grünfläche in artenreiche Blühwiesen umgewandelt und 20.000 insektenfreundliche Frühjahrsblüher gepflanzt. Heimische Gehölze und Wildsträucher werten den bestehenden Gehölzbestand ökologisch auf und bieten Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Insekten, Vögel und Kleinsäuger.

In Bietigheim-Bissingen entstanden darüber hinaus auf ehemals artenarmen Acker- und Grünlandstreifen insgesamt 400 m² artenreiche und insektenfreundliche Blühstreifen. Neupflanzungen von Wildobstbäumen und -sträuchern ergänzen den vorhandenen Gehölzbestand. Im Ludwigsburger Stadtteil Neckarweihingen-Schauinsland wurde zudem angrenzend an einen Kindergarten eine großzügige Blühfläche mit insekten- und vogelfreundlichen Wildgehölzen angelegt, welche zum Entdecken und Nachahmen anregt.

Im Rahmen der projektbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit wurden alle Projektflächen mit Infotafeln versehen und eine Begleitbroschüre mit Hinweisen zum Zukunftsprojekt und Informationen zu ökologischer Gartengestaltung und naturnaher Grabbepflanzung herausgegeben. Weiterhin wurde das Projekt auf verschiedenen Veranstaltungen wie dem Spätlingsmarkt vorgestellt. An einem Aktionsstand der „Grünen Nachbarschaft“ wurden Samenbomben gebastelt, Blumenzwiebeln verteilt und die Besucherinnen und Besucher über die Möglichkeiten einer insektenfreundlichen Gartengestaltung informiert.

Durch die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen konnten nicht nur wertvolle Refugien und Biotopverbundlinien für die heimische Flora und Fauna geschaffen, sondern auch das Landschaftsbild und die Qualität der siedlungsnahen Grünflächen innerhalb der „Grünen Nachbarschaft“ aufwertet werden.

 

Auszeichnung der Stadt Ludwigsburg, stellvertretend für die Grüne Nachbarschaft