Entwicklung des Neuenlander Moores als Schwerpunktbiotop für amphibische und faunistische Lebensräume, CO2-Speicherstätte und Naturerfahrungslandschaft

Kommune Gemeinde Ganderkesee
Bundesland Niedersachsen
Kontakt Meike Schröder
Fachdienst Natur- und Klimaschutz
Tel.: 04222 / 44 645
E-Mail: M.Schroeder@ganderkesee.de
Kooperationspartner Amt für Naturschutz und Landschaftspflege des Landkreises Oldenburg
NABU - Ortsgruppe Ganderkesee
Laufzeit November 2023 – Juni 2028
(Fortführung nach 2028 beabsichtigt)

KURZBESCHREIBUNG

Intakte Moore beherbergen als Extremstandorte viele hochspezialisierte und oftmals (stark) gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Hervorzuheben ist auch ihre herausragende Bedeutung sowohl für den Klimaschutz als auch für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Sie wirken als effiziente Kohlenstoffspeicher, sichern durch das Herausfiltern von Nähr- und Schadstoffen die Grund- und Trinkwasserqualität und tragen darüber hinaus durch ihre Fähigkeit, große Mengen Wasser schnell aufnehmen und langsam an die Umgebung wieder abgeben zu können, zum Hochwasserschutz bei. Entwässerte Moore können diese Leistungen nicht mehr in gleichem Maß erbringen und emittieren zudem große Mengen klimaschädlicher Gase (v.a. CO2, Lachgas). Es lohnt sich also Moore zu revitalisieren und langfristig zu erhalten – für den Klimaschutz, für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, für uns Menschen.

Entwicklung des Neuenlander Moores als Schwerpunktbiotop für amphibische und faunistische Lebensräume, CO2-Speicherstätte und Naturerfahrungslandschaft

Im Norden der Gemeinde Ganderkesee befindet sich das Neuenlander Moor, welches als Übergangsmoor sowohl durch typische Arten der Niedermoore als auch der Hochmoore gekennzeichnet ist. Torfabbau, Melioration und Landwirtschaft haben die Böden und das Landschaftsbild mittlerweile stark überformt. Neben aufgelassenen, heute von Birkengebüsch überwachsenen Torfstichen finden sich im Projektgebiet vor allem kleinteilige extensiv bewirtschaftete bis verbrachte Grünlandparzellen und Moorbirkenwälder. Das Neuenlander Moor ist kein Einzelfall. Bundesweit sind Moore in einem ähnlichen oder gar schlechteren Zustand. In ihrem Zukunftsprojekt widmet sich die Gemeinde Ganderkesee der Entwicklung des Neuenlander Moores, um der zunehmenden Verbrachung, Sukzession und damit verbundenen Verdrängung der typischen Moorvegetation entgegenzuwirken, die fortschreitende Entwässerung des Moores zu stoppen und so das Moor langfristig wieder zu revitalisieren.

Als vorbereitende Maßnahme für die langfristige Revitalisierung wurden im Zuge des Zukunftsprojektes 54 Gewässer- und 18 Durchlassprofile im Projektgebiet erfasst. Die Daten dienen zukünftig als Grundlage für die Ausarbeitung eines wasserwirtschaftlichen Konzeptes, mit dessen Umsetzung die Anhebung des Grundwasserspiegels ohne Beeinträchtigungen für angrenzende Flächen anderer Eigentümer ermöglicht werden soll.

Weiterhin wurde eine biologische Bestandserfassung des gesamten Projektgebietes hinsichtlich der Vorkommen von Brutvögeln, Amphibien und Reptilien sowie Libellen und Heuschrecken durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurden zur Entwicklung der Flächen als Habitat für diese Arten drei Kleingewässer mit ständigem Wasserstand und ausreichender Tiefe angelegt.

Als dauerhafte Bewirtschaftungsform ist die extensive Beweidung der Flächen mit Wasserbüffeln und Galloway Rindern vorgesehen, womit nach Wiederherstellung der typischen Moorvegetation deren dauerhafte Erhaltung angestrebt wird.

Perspektivisch sollen die vorangegangenen Flächenankäufe durch die Gemeinde und den Landkreis Oldenburg sowie der Einbau von wasserstandsregulierenden Einrichtungen eine sukzessive Erhöhung des Wasserstands erlauben, was die moortypischen Artengemeinschaften begünstigt und das Aufkommen von Sträuchern und Bäumen erschwert. Die Gemeinde ist bemüht weitere Flächen nach und nach zu erwerben, um so eine Vernässung und Beweidung größerer zusammenhängender Flächen möglich zu machen.

Die Umsetzung und langfristige Fortführung des Projektes werden durch die Gemeinde Ganderkesee finanziell und personell dauerhaft sichergestellt.

 

Auszeichnung der Gemeinde Ganderkesee